Duisburg bleibt eine Pegida Hochburg

An der heutigen Kundgebung von Pegida NRW nahmen bis zu 250 Personen teil. Abermals entstammten die meisten Teilnehmer der rechtsradikalen Szene, unter anderem waren wieder neonazistische Fußballfans aus Duisburg und ca. 30 Mitglieder der Partei “Die Rechte” anwesend. Im Verlauf der Kundgebung kam es zu Auseinandersetzung zwischen Pegida-Demonstranten. Unter anderem hat der Pegida-Moderator einen “proisraelischen” Redner unterbrochen, da die zahlreich anwesenden Neonazis unruhig wurden. Später drohte der Pegida-Anmelder an, den Standort Duisburg aufzugegeben, sollten Neonazis die Veranstaltung abermals “stören“.


Beendet wurde die Kundgebung aber dann doch mit einem “Wir kommen wieder!”. Dazu erklärt Johanna Haldemann, Pressesprecherin der Initiative gegen Duisburger Zustände: “Pegidas Distanzierung von Neonazis ist alles anderes als glaubwürdig. Warum die Duisburger Polizei von nur 170 Pegida-Anhängern berichtet, bleibt allerdings auch rätselhaft. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die vor allem von Neonazis und rechten Duisburger Fußballfans besuchte Veranstaltung klein geredet werden solle.”

Bei einer Gegenkundgebung vor dem Hauptbahnhof versammelten sich ca. 300 Personen, weitere 100 Antifaschisten störten den Pegida-Aufmarsch an der Route mit antirassistischen Parolen. Johanna Haldemann erklärt dazu: “So erfreulich es ist, dass Pegida NRW sich offenbar selbst zerlegt, so bezeichnend ist es für die Duisburger Zustände, dass sich heute nur knapp 400 Menschen den Gegenprotesten angeschlossen haben oder fernab vermeintlich “symbolträchtige” Veranstaltungen durchführten. Die meisten Gegendemonstranten verblieben zudem am Hauptbahnhof, de facto von der Polizei eingekesselt. Dabei wäre es heute durchaus möglich gewesen, den rassistischen Aufmarsch direkter zu stören – die Aktionen entlang der Route zeigen dies. In Duisburg hat daran aber offenbar kaum wer Interesse. Dies verwundert nicht in einer Stadt, deren Zivilgesellschaft sich zwar gelegentlich mittels Lippenbekenntnissen von Rassismus distanziert, in der jedoch antiziganistische und rassistische Aufwallungen stets von nicht unwesentlichen Teilen der Bevölkerung mitgetragen werden und in der über 10% der Wahlberechtigten extrem rechte Parteien gewählt haben”.