Vortrag: Antisemitismus und Antiziganismus als Formen negativer Vergesellschaftung

Der Vortrag am 18. November im Djäzz ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen zum Thema, die von verschiedenen Duisburger Gruppen organisiert werden. Die Reihe findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung statt.


Obgleich in der Geschichte der antisemitischen und antiziganischen Gewalt zahlreiche Gemeinsamkeiten zu konstatieren sind, die ihren Höhepunkt und zugleich ihr Ende in der nationalsozialistischen Vernichtungspraxis gefunden haben, fristet die Kritik des Antiziganismus bis heute bestenfalls ein Schattendasein. Bei diesem Vortrag soll es jedoch nicht darum gehen diesem Mangel durch einen äußerlichen Vergleich beizukommen, d.h. Antisemitismus und Antiziganismus als isolierte Phänomene zu betrachten, sondern sie als einander komplementäre Momente repressiver Totalität zu begreifen. Beide, so die auszuführende These, sind als Vorurteil ohnehin, aber auch als Ressentiment oder als negative Leitidee nur subjektivistisch, nicht jedoch in ihrer objektiven Bedeutung bestimmt. Derlei Subjektivismus soll aufgehoben werden, indem Antisemitismus und Antiziganismus materiell-praktisch als bestimmte Formen, in denen sich die Individuen unter Bedingungen der Herrschaft vergesellschaften und vergesellschaftet werden, d.h. als bestimmte Formen negativer Vergesellschaftung gefaßt werden. Es ist somit das Ziel, beide als Prototypen moderner Vergesellschaftung kenntlich zu machen und zumindest fragmentarisch anzudeuten, wie sie als Gegenstände der Kritik sogleich den Schlüssel für eine Kritik der Gesellschaft in ihrem Zerfall, ihrer Irrationalität und ihrem destruktiven Potential darstellen.

Referent: Nico Bobka.

Alle Veranstaltungen der Reihe:

► 28.10. Wir wissen was ihr letzten Sommer getan habt. Diskussionsabend zu den antisemitischen Ausschreitungen des Sommers 2014. Mit Carolin Mothes und Sebastian Mohr um 20 Uhr im Djäzz.

► 06.11. Film: Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma’abarot. Um 20 Uhr im Syntopia.

► 11.11. Vortrag von Alex Feuerherdt über Fußball und Antisemitismus. Um 20 Uhr im Djäzz.

► 15.11. Auf jüdischen Spuren – Stadtspaziergang um 14 Uhr am Lifesaver.

► 18.11. Vortrag von Nico Bobka: Antisemitismus und Antiziganismus als Formen negativer Vergesellschaftung. Um 20 Uhr im Djäzz.

► 27.11. Buchvorstellung von Stephan Grigat: Die Einsamkeit Israels. Um 20 Uhr im Djäzz.

Veranstaltende Guppen: Antifa 3D, BgA Duisburg, Emanzipatorische Antifa Duisburg, Gruppe Crème Critique, Initiative gegen Duisburger Zustände.