Vortrag: „Lustig ist das Zigeunerleben“

Sozialpsychologische Überlegungen zu einem Ressentiment zwischen Hass, Verachtung und Neid.

Mit Sebastian Winter (Universität Bielefeld). Der Vortrag findet im Rahmen des monatlichen „Tresens gegen Duisburger Zustände“ im Djäzz statt. Nach dem Programm gibt es die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung.

Im Antiziganismus überschneiden sich staatliche Flüchtlings- und Minderheitenpolitiken mit populären Ressentiments: Massenabschiebungen aus Deutschland und Frankreich in die Nachfolgestaaten Jugoslawiens, pogromartige Ausschreitungen in Ungarn, Slowenien, Bulgarien und Italien, alltägliche Diskriminierungen, versteckt hinter dem politisch korrekten Sprechen von „Sinti und Roma“ – die Kontinuität der gesellschaftlichen Exklusion von „Zigeunern“ ist auch nach der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik kaum gebrochen. Parallel zur Stigmatisierung als „arbeitsscheu“ und „asozial“ besteht dabei eine Romantisierung und Exotisierung, die die „Zigeuner“ zu Repräsentanten eines freien und ungebundenen Lebens werden lässt: „Lustig ist das Zigeunerleben…“. Im Mittelpunkt steht das schillernde Feind- und Sehnsuchtsbild vom „Zigeuner“ und von der „Zigeunerin“, das sozialpsychologisch auf die ihm unterliegenden Affekte von Angst, Verachtung und Neid hin befragt werden soll. Ferner soll das Verhältnis von psychoanalytischer Sozialpsychologie und kritischer Gesellschaftstheorie näher betrachtet werden.

Eine Veranstaltung der Emanzipatorischen Antifa Duisburg (EmADu) und der Initiative gegen Duisburger Zustände am 13. Februar im Djäzz Duisburg. Beginn 19 Uhr, der Eintritt ist frei.