Zum Brand in Duisburg-Hochheide

In der vergangenen Nacht wurde in einem ausschließlich von Roma bewohnten Haus in Duisburg-Hochheide Feuer gelegt. Wir hoffen, dass es sich nicht um eine vorsätzliche Tat gehandelt hat. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es ein rassistischer Brandanschlag auf die 42 Menschen gewesen sein könnte, die sich mit Verbrennungen nur in letzter Not auf das Dach des Hauses retten konnten.

Falls sich herausstellen sollte, dass es sich um eine vorsätzliche Branstiftung handelt, sollte es niemanden überraschen. Denn die antiziganistische Hetze, die seit mindestens 18 Monaten in der Duisburger Bevölkerung praktisch Konsens ist, trägt ihre Früchte.


Das war schon am vergangenen Samstag zu beobachten, als in Rheinhausen und Neumühl Anwohner_innen und Rechtsradikale gemeinsam demonstrierten. Viele der Hetzer_innen sind bekannt, weil sie im Internet ihre Morddrohungen abgesondert oder in Rheinhausen und Neumühl gegen “die Fremden” in ihren Stadtteilen auf die Straße gegangen sind.

Nach den bisher ergebnislosen und offenbar mit peinlich wenig Begeisterung geführten Ermittlungen der Duisburger Polizei gegen geistige Brandstifter_innen im Internet, aber auch gegen die Schmierer_innen von rassistischen Parolen In den Peschen, darf bezweifelt werden, dass dieses Mal ernsthaft und tatsächlich in alle Richtungen gefahndet wird. Eine solche Ermittlung stünde den Beamt_innen aber gut zu Gesicht, schließlich haben sie in den vergangenen Monaten kräftig mitgemischt in der Stimmungsmache gegen Duisburger_innen aus Südosteuropa. Die Erinnerungen an die Vertuschungen und den behördlichen Rassismus im Umgang mit dem NSU-Terror sind frisch. Umso genauer werden wir beobachten, in welche Richtungen die Polizei in Duisburg-Hochheide ermittelt.