Duisburger Polizei führt wegen eines angeblichen “Antifa-Überfalls” erkennungsdienstliche Behandlungen durch

Nach Angaben der Antirepressionsgruppe Mülheim sind am Montag mindestens zwei Personen von Beamt_innen der Duisburger Polizei an ihrem Wohnort aufgesucht und zu erkennungsdienstlichen Behandlungen aufs Polizeipräsidium im Duisburger Dellviertel verbracht worden: “Für den Fall, dass die Personen nicht anzutreffen gewesen wären, oder aber sich geweigert hätten, hatten die Beamt_innen auch gleich den entsprechenden Haft- und Durchsuchungsbefehl des Duisburger Amtsgerichtes bei sich” heisst es in der Stellungnahme.

Hintergrund der massiven Ermittlungen der Duisburger Polizei und Justiz sind offenbar die Ereignisse vom 23.08.2013. Damals sollen Personen, die der linken Szene zugerechnet werden, grundlos Besucher einer “Bürgerversammlung” in Duisburg-Rheinhausen angegriffen und teilweise verletzt haben. Schon wenige Tage nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden von unterschiedlichen Seiten Darstellungen veröffentlicht, die denen der zuständigen Duisburger Polizeidirektion teils erheblich widersprachen. Einige Zeug_innen sprachen gar von einem von Neonazis ausgehenden Angriff auf vermeintliche Antifaschist_innen.


Es stellt sich immer dringender die Frage, was die Duisburger Polizei antreibt. Erst stürmt die Polizei in einer offensichtlich konzertierten Aktion die mehrheitlich von Roma bewohnten Häuser In den Peschen 3-5 und nun werden – offenbar wahllos – vermeintliche oder tatsächliche Antirassist_innen, welche die Häuser In den Peschen am 23.08. vor Naziübergriffen schützen wollten, auf schwammiger Basis zu ED-Behandlungen gezwungen. Offenbar ermittelt die Duisburger Polizei also nur in eine Richtung – dies aber sehr massiv. Will die Duisburger Polizei schnell “Ergebnisse” präsentieren und Antirassist_innen – die sich mit Roma solidarisieren – kriminalisieren um gegenüber der Öffentlichkeit “Fakten” zu schaffen?