Presseaussendung zum polizeilichen Vorgehen am vergangenen Freitag in Rheinhausen

Initiative gegen Duisburger Zustände kritisiert polizeiliches Vorgehen am 23.08.2013 in Rheinhausen und veranstaltet Kundgebung vor dem Polizeipräsidium am 30.08.2013.

Wie in unterschiedlichen Veröffentlichungen berichtet wurde, ist es am späten Abend des vergangenen Freitags (23.08.) zu einem Polizeieinsatz in Duisburg-Rheinhausen an der Adresse In den Peschen 3-5 gekommen. Insbesondere der äußerst kurz gehaltene Polizeibericht, aber auch einigen Artikel in regionalen Tageszeitungen beziehungsweise ihren jeweiligen Online-Portalen bieten aus Sicht der Initiative gegen Duisburger Zustände Anlass zu einer Stellungnahme und einer Kundgebung gegen die Duisbuger Polizei.

Der unmittelbare Grund des unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes ist auch nach der Veröffentlichung des Einsatzberichtes der zuständigen Polizeidienststelle nicht ersichtlich. Anlass für den Einsatz soll laut Polizei ein “Überfall” von 10-15 Personen, welche die Polizei den so genannten “Nachtwachen” zurechnete – die seit Tagen die von Roma bewohnten Gebäude vor Übergriffen von Neonazis und Rassisten aus Rheinhausen schützen – auf Teilnehmer einer Bürgerversammlung gewesen sein. Wie mehrere Zeugen unabhängig voneinander berichteten, soll es tatsächlich zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Allerdings ging diese unseren Erkenntnissen nach von Rheinhausener Rassisten aus, welche vermeintliche Antifaschisten angegriffen haben. Es drängt sich also der Verdacht auf, dass die Polizei die Aussagen der vermeintlichen Opfer des “Überfalls” unhinterfragt als Anlass für ihren Einsatz übernommen hat.

Gegen 22 Uhr fuhren Einsatzkräfte der Polizei mit mehreren Streifen- und Mannschaftswagen in unmittelbare Nähe vor das Haus. Die Polizisten, die bereits mit aufgesetzten Helmen aus den Wagen stürmten, verlangten sodann von allen Menschen, die sich vor dem Haus aufhielten, die Herausgabe ihrer Personalien. Einige der Bewohner des Hauses waren durch das plötzliche Anrücken der Polizei und den dabei an den Tag gelegten schroffen Umgangston derart verängstigt, dass sie sich rasch ins Innere des Gebäudes zurückzogen. Sofort setzten ihnen einige der eingesetzten Polizisten nach, stürmten dabei regelrecht das Gebäude und setzten gegen die Anwohner auch Pfefferspray ein. Über die gesamte Zeit des Polizeieinsatzes kam es übereinstimmenden Zeugenberichten zu Folge immer wieder zu herablassenden Äußerungen und Beleidigungen gegenüber den Bewohnern des Hauses In den Peschen. Eine sich im achten Schwangerschastsmonat befindende Frau musste in Folge des Einsatzes wegen eines Nervenzusammenbruchs mit dem Rettungswagen in ein naheliegendes Krankenhaus verbracht werden.

Skandalöser Polizeieinsatz

Aufgrund der skandalösen Ereignisse am letzten Freitag hat die Initiative gegen Duisburger Zustände für den kommenden Freitag, den 30.08.2013, eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Polizeipräsidiums angemeldet. “Die Entscheidungen der zuständigen Einsatzleitung der Duisburger Polizei in Bezug auf die Situation in Rheinhausen öffentlich zu kritisieren, ist unser Anliegen”, stellt Johanna Haldemann, Sprecherin der Initiative, fest. “Wir wollen mit unserer Kundgebung auf den unhaltbaren Umstand aufmerksam machen, dass Einsatzkräfte der Polizei meistens nur ausrücken, um gegen die Bewohner des Hauses oder sich mit ihnen solidarisch zeigende Menschen vorzugehen.” In den letzten Tagen sei es aber vielmehr vermehrt zu unterschiedlichen Formen von Angriffen auf das Haus gekommen, die durchaus Erwähnung in der regionalen Presse gefunden hätten, die Polizei aber nicht dazu veranlasst haben, ihre Präsenz vor Ort zu verstärken. “Die Bewohner des Hauses fühlen sich nach den Ereignissen der letzten Woche in ihren eigenen Wohnungen nicht mehr sicher und können kaum eine ruhige Nacht verbringen. Auf die Ursachen der Ressentiments, die diesen Menschen entgegen schlagen, wollen wir genauso hinweisen wie auf das in unseren Augen äußerst fragwürdige Verhalten der Polizei, nicht nur am vergangenen Freitag”, so Haldemann.

Für Nach- und Rückfragen ist die Initiative zeitnah unter der E-Mail Adresse gduz@gmx.de zu erreichen, nach Vereinbarung stehen wir gern auch für telefonische Rückfragen zur Verfügung.


1 Antwort auf „Presseaussendung zum polizeilichen Vorgehen am vergangenen Freitag in Rheinhausen“


  1. 1 Gegen die Duisburger Zustände! | et2c - für kritik und progression Pingback am 28. August 2013 um 11:45 Uhr
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