Wir stellen unsere praktische Arbeit ein

Vor fast genau zwei Jahren, im Sommer 2013, hat sich die Initiative gegen Duisburger Zustände aus Gruppen und Personen der Rhein-Ruhr-Region gegründet. Als eine Art „Feuerwehr“ versuchten wir eine ganze Weile lang eine gewalttätige Eskalation des Duisburger Antiziganismus zu verhindern. Zuerst mit Nachtwachen In Den Peschen, als der Volksmob gegen von Roma bewohnte Häuser zur Tat schreiten wollte, später in Neumühl, wo die Anwohnerschaft gegen Geflüchtete hetzte. Darüber hinaus haben wir versucht, die Duisburger Verhältnisse zu analysieren und durch öffentlichen Druck die Protagonisten in der Stadtverwaltung und in den Medien in Rechtfertigungsdruck zu bringen.

Im Zuge der letzten Jahre haben wir unter anderem einige Kundgebungen und Demonstrationen durchgeführt, mehrere Texte und Broschüren veröffentlicht und fast 20 Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen organisiert. Den interventionistischen Teil unserer Arbeit stellen wir nunmehr ein. Anders als zur Zeit unserer Gründung gibt es mittlerweile in Duisburg handlungsfähige antirassistische Strukturen – siehe www.gesellschaftskritik-duisburg.org – in denen einige aus der Initiative gegen Duisburger Zustände auch in Zukunft mitarbeiten werden. Über den Facebook-Account der Initiative werden wir jedoch weiterhin die Duisburger Zustände kritisch begleiten sowie auf interessante Veranstaltungen hinweisen. Unter anderem die jüngsten rassistischen Äußerungen von Oberbürgermeister Link zeigen, wie nötig es ist.

Herzlich bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Personen, Gruppen, Lokalitäten, Stiftungen und Asten, die unsere Arbeit in den letzten zwei Jahren unterstützt haben.

Keine Entspannung in Duisburg

In den letzten Monaten gingen manche Beobachter davon aus, dass die aggressive rassistische und antiziganistische Stimmung in Duisburg nachgelassen hätte. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass rassistische Wutbürger sich nicht mehr ganz so ungefiltert auslassen können oder wollen wie noch vor einigen Monaten. Die Duisburger Medien, die Stadtverwaltung, die Polizei und Lokalpolitik achten offenbar stärker auf ihre Wortwahl und darauf, dem rassistischen Mob keine Bühne zu geben oder offene Zustimmung auszudrücken. Dies mag zum einen darauf zurückgehen, dass die Erfolge extrem rechter Parteien bei den letzten Wahlen und die rassistisch motivierten Brandanschläge der “Legion 47” nicht wenige erschreckt haben dürften, welche noch kurz vorher sehr großes Verständnis für die “berechtigten Sorgen der Menschen” hatten. (mehr…)

Rechte Terrorzelle in Duisburg: Legion 47

Im Herbst des Jahres 2013 kam es zu mehreren Bränden in von Migranten bewohnten Häusern in Duisburg. Diese fielen in eine Zeit, in der sich eine hoch aggressive, antiziganistische und rassistische Stimmung in der Stadt ausgebreitet hatte. Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der rassistischen Stimmung und den Bränden hatte unter anderem die Initiative gegen Duisburger Zustände seiner Zeit mehrfach hingewiesen hatte. Erst gestern wurde jedoch bekannt, dass offenbar Neonazis für zumindest einen gefährlichen Anschlag im Duisburger Süden verantwortlich waren, da sich drei Mitglieder der NPD für diese Tat seit heute vor Gericht verantworten müssen. (mehr…)

Rechtsradikale im Dellviertel und in Hochfeld? Wir werden da sein!

Traditionell wollen Nazis und Rassisten den 1. Mai für ihre Hetze missbrauchen – so auch am kommenden Freitag. Seit Wochen spielt die neonazistische Partei Die Rechte ein Versteckspiel mit der Öffentlichkeit um ihre Maidemo um 18 Uhr. Mittlerweile wissen wir, dass die Nazis um Worch und Brück entweder nach Essen-Steele, Duisburg-Hochfeld, oder in beide Viertel kommen wollen. Gerüchten zufolge könnten sie vom Schlenk durch Wannheimerort bis nach Hochfeld in den Rheinpark demonstrieren. Die Polizei hält die Route geheim um Gegenproteste zu erschweren – genau wie die Nazipartei. (mehr…)

Fight Fortress Europe! Bericht aus Düsseldorf

Am vergangenen Samstag demonstrierten verschiedenen linksradikale und antifaschistische Gruppen aus der Region in Düsseldorf unter dem Motto “Gegen den Massenmord im Mittelmeer – Nieder mit der Festung Europa” (Aufruf). Wir freuen uns über die circa 250 Menschen, die sich trotz schlechter Witterungsbedingungen und sehr kurzfristiger Mobilisierung der Demonstration angeschlossen haben. Angesichts der grausamen Vorfälle im Mittelmeer sind wir aber auch enttäuscht, dass nicht wesentlich mehr Menschen mit uns gegen die mörderische Politik der EU und den deutschen Rassismus auf die Strasse gegangen sind. (mehr…)